...meldet sich zu Wort und mir bleibt nur die Ehre ihre Worte mit Fotos zu unterstreichen:
Hallo Leute!
Auch ich (Marlene) meld mich mal zu Wort. Die Zeit in
Nicaragua läuft nur so vorbei. Die letzte Woche haben wir auf 1500 m in
Miraflor, einem Bioreservat nördlich von Estelì, verbracht. Und zwar auf der
Kaffee-Finca von Adolfo und Martha Velasquez. Dieses Gebiet ist so
abgeschieden, dass es natürlich kein Internet gibt, Strom auch nur mit einer
kleinen Solarzelle, kein fließendes Wasser (geduscht wurde deswegen mit Kübel
aus dem Brunnen) und natürlich gibt`s auch nur ein Plumsklo. Herrliche
Bedingungen also – pures nicaraguanisches Bauernleben.
Haben unter Wellblechdach auf einfachen Holzbetten
geschlafen, jeden Tag gab es Gallo Pinto (Reis mit Bohnen), Tostones
(frittierte Kochbananen) und Tortillas zum Frühstück und zum Abendessen. Schweinchen,
Hendln, ein Pferd, Hunde und Katzen leben dort genauso friedlich nebeneinander
wie wir mit Martha, Adolfo, deren Tochter Francis und derer Tochter Nicole.
Nicole (2 Jahre alt) nannte uns bereits seit dem 2. Tag „tìo“ und „tìa“ (=
Onkel und Tante). Und so sind wir auch aufgenommen worden. Wie Familie. Der
Plan am Anfang der Woche war, neue Kaffeepflänzchen zu pflanzen und eine Terrasse
hinter der Finca anzulegen. Geschafft haben wir nur die Erde vorzubereiten und
eine Zeile der geplanten 4 oder 5 Zeilen der Terrasse.
Das lag vor allem daran, dass Adolfo uns viel lieber das
schöne Land und seine lieben Nachbarn zeigen wollte als zu arbeiten. Verständlich.
Es ist auch ein wunderschönes Land und er hat auch wirklich viele liebe
Nachbarn. Außerdem wurde sowieso nur ein paar Stunden am Vormittag gearbeitet
und dann mal bis zum Abendessen oder bis wer zu Besuch kam, Siesta gehalten.
So sind wir in Genuss eines Ausrittes mit seinem Pferd, das
seines Bruders und das seines Nachbarns gekommen, der uns zu indigenen Höhlen
und natürlich vorbei an den benachbarten Fincas, bei denen wir jedes mal eine
Tratschpause eingelegt haben, führte. Der Ausritt war waaaahnsinnig geil. Mein
Pferd (Asavache – Pferd von Adolfo) steht gemeinsam mit dem seines Bruders (eine
schwarze schöne Stute Namens Mondana von Christian geritten) auf einer Weide hinter
der Finca und wurden schon länger nicht mehr geritten. Die zwei hatten
beschlossen den Ausritt zu einem internen Wettbewerb um die Vorherrschaft des Schnellsten
zu machen. Christians Stute hat ihren Titel verteidigt. Jedes mal wenn ich mit
Asavache nur eine Nasenspitze vor ihr war, wurde ein Rennen daraus. Beim Galopp
Sprint ging leider Asavache sehr schnell die Puste aus. Das hinderte ihn aber nicht
daran es des Öfteren zu probieren, zumindest dann wenn ich ihn mal nicht
zurückgehalten habe. Adolfo kam immer nur lächelnd hinter her mit dem Satz: „los
gusta correr“ – „Es gefällt ihnen zu laufen“. An den anderen Tagen wurden wir bei
den Nachbarsgängen in die komplette Kaffeeproduktion und Verkaufsproblematik
eingeweiht.
Eine Abwechslung in der strikten
Kohlehydrat-und-jede-Menge-frittierten-Kochbananen (ganze Woche vegetarisch!)-Diät
hat es am Samstag gegeben. Nationalgericht: Nacatamales wurde gekocht. Nein,
hat nichts mit nackten Leuten zu tun – eher mit einem nacktn Hendl. Jedenfalls
eine Arbeit die einen ganzen Tag forderte. In der früh wurde ein Hendl geopfert
(verkehrt an einem Baum gebunden, Hals durch und ausgeblutet), gerupft und
natürlich (bis auf Schnabel, Darm und Zehennägel) alles zerkleinert. ALLES. Ja,
auch die Füße waren dabei. Während man eine Hühnersuppe mit Gemüse und Minze
angesetzt und stundenlang gekocht hat, wurde Mais, Zwiebel und ein unbekanntes
rotes Gewürz zweimal durch die manuell betriebene Mühle gerieben. Die Männer
des Hauses – also Adolfo und Christian – haben sich bewaffnet mit einer Machete
auf die Jagd nach Bananenblätter und Bananenbaumrinde gemacht. Die Jagd dauerte
nicht lange – die Bäume stehen natürlich überall auf der Finca herum. Die Blätter
wurden zurechtgerissen und weichgekocht. Nach dem auch Reis gekocht und
Kartoffel geschält wurden, sowie mit der Hühnersuppe (ohne den Fleischteilen)
und dem Mais ein dicker Brei gekocht wurde, ist die Vorbereitung mal kurz
unterbrochen worden. Der örtliche Pfarrer kam zu Besuch (hatte aber glaube ich
nichts mit dem Gericht zu tun – aber wer weiß).
Nachdem dann der Segen fürs Haus gesichert war, ging`s
weiter mit Packerl machen. Eine Ladung Maisbrei, ein Stück Hendl, ein paar
Kartoffel und ein bissl Reis wurde auf ein paar Bananenblätter angerichtet und
mit der Rinde verpackt und zusammengebunden. Dann 2 Stunden in Wasser gekocht.
Es war also wie bei den Zuckerln beim Harry Potter, immer eine Überraschung
welchen Geschmack das Packerl hatte. Die einen schmeckten nach Leber, die
anderen nach Fleisch, wieder andere hatten quasi nur Fett (zB der Bobsch vom
Hendl-übrigens Marthas Lieblingsstück) oder nach Füße. Da ich natürlich als
fleißige Hausfrau beim Kochen geholfen habe und mir meine Höflichkeit es verbietet
was abzuschlagen, hab ich während der Vorbereitungen natürlich die besten
Stücke probieren dürfen. D.h. die frische Leber und die „Tomate“ – eines der
unfertigen Eier vom inneren des Hendls. Super. Christian war dann kurz mal weg.
(Wer Christian besser kennt, weiß, er hat einen Saumagen, der wirklich viel
verträgt, aber wenn es um die wirklich wilden Sachen geht, is er dann eher a
bissl a Prinzessin, also von wegen „outdoor-surviver“…hihihi)
Im Hause Velasquez gibt es an Sonntagen eine strenge Teilung
– Martha sorgt für den Haussegen beim 3 Stunden Gottesdienst in der
evangelischen Kirche des Dorfes und Adolfo ist den ganzen Tag auf dem
Baseballplatz. Er ist nämlich der Coach der hiesigen Mannschaft. Baseball ist
hier mindestens genauso wichtig wie Kirche (wenn nicht sogar wichtiger). Die
kleine Gemeinde Miraflor hat zumindest 3 Mannschaften. D.h. wirklich ALLE
spielen Baseball – recht viel mehr Leute gibt es hier nämlich nicht. Gespielt
wurde auf einer Lichtung in einem Wald hinter der Kirche und es ging wirklich
ordentlich zur Sache.
Die drückende Hitze wurde fast jeden Abend dann mit einem
ordentliches Gewitter mit viel Regen abgelöscht. Hat sich unterm Wellblechdach
wie ein Monsun gehört.
Herrlich.
Bis bald meine Lieben!
P.S. Uns freut`s voi wenn wir von euch hören/ lesen – per
mail, what´s app oder blog!
servas Marlene!! zur Abwechslung schreibst du mal, und genau so lustig, und echt und ausführlich. ev. die Zukunft? bloggen!!! crisu darüber wie man seinen Body jung hält und du über kuchen? backen? oder so..........von jedem ort der welt möglich!! hehehehehe.
AntwortenLöschenso nun zu deinem beitrag. köstlich!! einfach köstlich!! nicht nur deine Schreibweise eben, auch die Leckereien, obwohl zuletzt "nur" vegetarisch! herrlich, freu mich schon auf genau das! aber auch auf fleisch oder fisch zur Abwechslung. sind ja alles "fröhliche" Tiere - oder? wobei ob das süsse kleine schwein weiss dass es essen ist (nicht isst) bzw. wird!?! naja, das huhn hats ja schon hinter sich. apropo huhn: soo kleine können haxln oder was immer gar nicht geschnitten sein, dass es schmeckt - oder . ist ja schon ein apfelgehäusebröserl grund genug, nie wieder Apfelstrudel essen zu wollen. iiiiiiiiiiiiiiiiiii.
die Gelegenheit bei und mit euren neuen "freunden" zu leben, für kurze zeit, auch so zu leben wie die, inkl. Feldarbeit und allen Gegebenheiten find ich grossartig, gut gemacht. wobei ihr 2 seid ja schon wirklich sehr sympathische. wie schon erwähnt, hatten hier alle profitiert und so wie geschildert, war euer bert sicher saustolz, auch zu zeigen was, wer ...und wo, dadurch hatte er irgendwie ja ein bissl Auszeit, und die Felder wurden ja nur bruchteilhaft bestellt! dank euch! hahaha.
also danke nochmal für die netten Geschichten, voi fui spass noch, und Abenteuer und Erlebnisse und und und.
bei uns geht's heute noch nach grünau im almtal, obwohl für das ganze wo-ende 90% regenwahrscheinlichkeit angesagt ist, zur Abwechslung und mind. 10 grad kälter! ABER: die Devise heisst, außi! oiso!
dickes Bussi jedenfalls!!
michi
na, Gelegenheiten gehören genutzt! ein gutes Motto, ob mir das vor ort noch in Erinnerung ist!? :-)
Wie seid ihr denn zu der Familie gekommen? Habt ihr einfach an deren tür geklopft? Hmmm ... sehr spannend!
AntwortenLöschenBussi an euch Abenteurer!
Babsi
Ich träume nur vor mich hin! Wahnsinn ihr Zwei - ihr habt echt eine "geile" Zeit! Danke für die tollen Berichte!!! Bussl Babi
AntwortenLöschenSehr beeindruckend, Eure Erlebnisse, selbst nur davon zu lesen ist schon faszinierend! Wie muss es erst sein das alles selbst zu erleben... ich liebe euren Blog, so spannend und kurzweilig zu lesen! Bitte haltet uns weiter am Laufenden ...
AntwortenLöschenAlles Liebe & gute Reise, Johannes
HALLO ihr weltenbummerl ah bummler :-)))))) ich und mims waren jetzt in rom - auch nicht schlecht_ war wunderschön.
AntwortenLöschenhab mit entsetzen gelesen dass in bogota columbien eine bombe explodiert ist ! aufpassen!
mimis fantsie geht schon wieder mit ihr durch - flieger,regenfälle,höhe................., is a theater :-))
wir lassen jetzt das nachtmahl zuhause aus und sind abends unterwegs damit wir den sommer nicht verpassen - YES
putzen und solche sachen können wir auch später noch machen!!
and so - ich hoffe ihr habt ein ruhiges meer - damit crisi nicht die fische füttern muss - hihih bussi seeyou soon