Mittwoch, 17. Mai 2017

Es war einmal...

... in Nicaragua!
Wir sind nun also im Norden Nicas. Besser gesagt im Nordosten mit zwischenstopps in Jiquillios, Esteli (u. Somoto) und Miraflor. In diesen drei Orten, Dörfern und Gegenden haben wir also die letzte Zeit seit unserem letzten Post verbracht UND es hat sich ausgezahlt. Gleichsam mit dem ALLEZEITDERWELTGEFÜHL, welches wir aus Leon mitgenommen haben, haben wir unsere Zeit an besagten Zieln verbracht. Dabei sind wir von der Ruhe zum Abenteuer und weiter zur wichtigen Arbeit und Unterstützung gereist.
Fangen wir mit Jiquillios an:
Jiquillios…. Hat ein paar Tage und ein paar Verbesserungen bedurft aber dann haben wir die richtige Aussprache draufgehabt! Im Grunde gibt es zu diesem verschlafenen, typisch nicaraguanischem Fischerdorf nicht viel zu sagen. Dann aber doch wieder, weil ich mich wieder ein bisschen unter das hiesige Volk gemischt habe, und dank meines Freundes Bert (oder Bird – wir haben nie nachgefragt) mit Sicherheit einen zumindest ansehnlichen Bekanntheitsgrad unter den Fischern, und viel mehr anderes Volk gibt es dort nicht, erlangt habe, aber dazu später.
Gewohnt haben wir auf der „Rancho Tranquillo“, und damit könnte der Beitrag hier auch schon wieder beendet werden denn hier lebt und wohnt man ganz nach dem Motto „Nomen est Omen“. „Nehmt aus dem Kühlschrank was ihr wollt, esst was ihr wollt, borgt euch was ihr wollt, köpft Kokosnüsse wenn ihr wollt und macht euch eine Liste. Gezahlt wird am Ende“. Demnach haben wir die vier Tage die wir dort waren auch so gelebt, eben ganz tranquilo (entspannt). Bilder sagen mehr als tausend Worte…
 
 

 
 
 

Unseren neuen Freund Bert haben wir beim Spaziergang in Richtung „Zentrum“ getroffen. Geboren in Nica ist er mit seiner Familie mit 4 Jahren nach Florida gezogen und hat im Grunde sein Leben in Miami verbracht bis er vor einem Jahr deported wurde und jetzt hofft in den nächsten 3-10 Jahren wieder zurück nach Miami, in seine Heimat und zu Frau Kindern, Geschwistern usw. zu kommen. Alle diese wurden in den USA geboren und daher hat es nur ihn getroffen. Er sagt es ist eine harte Zeit aber er versucht die Zeit zu nutzen etwas zu lernen, über sich und die Welt, und hofft am Ende stärker aus dieser Zeit raus und zurück zu seiner Familie zu kommen. Eine starke Einstellung, und eine gute wie ich finde. Jedenfalls hat er mich gleich an sich gebunden und sich zu unserer Verfügung gestellt. Angefangen hat es damit, dass er uns auf unsere Frage wo man denn guten Fisch essen könne zu einer kleinen Wellblechhütte gebracht hat. Dessen Besitzer, Wilson, ebenfalls ein deporteder „Amerikaner“, der allerdings seine USA-Hoffnung aufgegeben hat und sein Leben in Nica, in diesem kleinen Fischerdorf aufgebaut hat, ist ein hervorragender Bäcker und macht aus jeder erdenklichen Frucht Brote. Wir sind leider nur in den Genuss des Kokosbrotes gekommen, dieses allerdings war zum niederknien, beide Varianten einmal mit zusätzlicher Kokosfülle und einmal ohne. Marleen hat im das Rezept abknöpfen können, ohne dafür zu bezahlen, wie er es sonst meistens handhabt, und wenn ihr brav seid könnt ihr, wenn Marleen die Rezeptur dann mal wahr werden lässt, in den Genuss dieses Brotes kommen.

In den Genuss, in den ihr, wahrscheinlich, nicht so schnell kommen werdet, und welcher unser eigentlicher Grund des Besuchs in Wilsons Hütte war, war allerdings der Fisch. In der Früh gefangen und von seiner Tochter zubereitet ist es der beste Fisch gewesen den ich je gegessen habe. Nun, das muss jetzt natürlich nichts heißen, aber der eine oder andere von euch wird wohl wissen, dass ich Fisch liebe und entsprechend viele schon gegessen habe. Ich kann jetzt schlecht sagen was ihn so gut gemacht hat aber ich möchte folgendes schildern: Der Geschmack, die Würze wahren großartig (scheinbar echt karibisch – weshalb wir uns schon sehr darauf freuen diese Region Mittelamerikas zu erreichen), das Fleisch war saftig uns großartig im Geschmack, was natürlich an dem Fisch selber liegt, eine Rotbrasse, aber natürlich auch der Tatsache zu danken ist, dass der Fisch keine 10 Stunden vorher noch in seinem eigentlichen Element verbracht hat, und zu guter Letzt die uns nicht erklärbare Knusprigkeit der Haut. Zum ersten Mal haben wir, auch Marleen, die Flossen, die Kiemendeckel sowie Teile des Kopfes gegessen, einfach weil man es konnte und nicht nur deswegen sondern weil es einfach nur knusprig und saugut war!!! Eben der beste Fisch meines Lebens. Daher gings am zweiten Abend gleich nochmals zu Wilson!

Am nächsten Tag habe ich mich mit Bert um 6h beim Fischerhauptquartier verabredet. Marleen hat natürlich gemütlich weitergeschlafen während ich mich in der morgendlichen Ruhe bei noch entspannten 34 Grad auf den Weg gemacht habe. Bert war dort um sich ein bisschen etwas dazuzuverdienen und den in regelmäßigen Abständen eintrudelnden Fischern zur Hand zu gehen, ihnen zu Helfen die Boote aus dem Wasser zu ziehen und Material samt frisch gefangener Fische an die unweit entfernte Verarbeitungswellblechhalle zu bringen nur um gleich wieder zurück auf den Strand zu laufen um dort auf das nächste Boot zu warten. Während dieser 2h hat er mir gesagt, dass ich nicht von seiner Seite weichen soll um auch wirklich alles zu sehen und mitzubekommen. So hat er mich dann auch gleich den Fischern vorgestellt, hat mich in die Verarbeitungshalle mitgenommen wo ich mich mit einem 15kg Fisch fotografieren habe lassen und wo ich gleich den Chef, die Frau des Chefs, die, den Laden schmeißenden, Juniorchefs usw. kennenlernen durfte. Immer an seiner Seite und mittendrin statt nur dabei haben mich am Ende ein Großteil der Fischer gekannt, wenngleich ich mir ungleich schwerer getan habe die Gesichter zu merken bzw., dass was sie miteinander gesprochen haben zu verstehen. Wurscht! Geil wars!

In den nächsten Tagen haben wir ihn noch ein paar mal getroffen, um eine Meeresschildkrötenfarm zu besuchen, dessen Leiter er natürlich kannte und uns natürlich vorstellte und mit dessen Mitarbeitern wir uns nächtens auf die Suche nach selbigen machten, leider ohne Erfolg aber trotzdem nett, oder einfach nur um bei einem Kaffee nett zu plaudern. Er war ein cooler Typ und hat uns wieder mal näher an die Einheimischen gebracht.
Sonst haben wir die Tage lesend, in der Hängematte liegend, schlafend, mit den Wellen spielend, spazierend usw. verbracht.
Am Ende unsere Rancho Tranquillo Tage und am Ende von Entspannung, Tranquillo und Hitze habenwir den Chickenbus zurück nach Leon genommen um ohne Pause in den Bus in Richtung Esteli im Norden zu nehmen.
Das wichtigste gleich zuerst: im Landesinneren gelegen und einige Höhenmeter weiter oben in den "Bergen" ist es hier gleich viel kühler gewesen!!! Eine herrlich angenehme Abwechslung!!! Si ist es angenehm und so war es das auch bis zuletzt. Ein bisschen haben wir aber schon Angst dass wieder heißer wird sobald wir das Hügelland wieder verlassen bzw. in Richtung Süden starten. Je weiter man in den Süden kommt umso heißer soll es werden. Naja dann müssen wir jns halt öfter in die Berge flüchten. Aktuell jedenfalls genießen wir die angenehmeren Temperaturen!

Esteli…nichts besonderes. Klein, nett, entspannt, eben bereits außerhalb der gängigen Touristenpfade und mehr Nicaraguanischer Alltag, und der Ausgangspunkt für Somoto und Miraflor. Hmmm mal kurz übelregen…. Was kann ich euch noch zu Esteli sagen… tatsächlich bleibt da nicht viel, wenngleich diese kleine Stadt bezüglich Organisation für uns sehr wichtig war und sogar unersetzlich was die weiteren Abenteuer anbelangte. Wir haben Kontakt mit der Familie aufgenommen, Mails gecheckt, den Dauerauftrag unserer Wohnung auf 20€ mehr geändert, grrrr, Mails geschrieben, Blog geschrieben (noch nicht fertig und daher auch nicht veröffentlicht), meiner Mama und Tante zum Geburtstag gratuliert und einfach mal wieder ein Lebenszeichen gegeben. Wir waren am Bauernmarkt, Marleen hat sich eine Levi`s für 16€ gekauft, wir waren beim Israeli und haben „Mischmasch“ auf der Karte entdeckt, haben in den Hostels „Namaste“ und „Puro“ residiert, haben ein entzückendes kleines Cafe, bei uns wäre es wohl eher ein bilderbuchhübscher Heurigen, in mitten eines Waldes besucht wo wir Sauermilch, Humus und Vollkornbrot, eine seltenen Rarität hier, mit unterschiedlichen Aufstrichen genossen haben, und haben unsere Skills bezüglich Taxi anhalten, nach dem Preis fragen usw. perfektioniert und, um an all unsere Orte zu kommen, zwischen den für diese Reise notwendigen Busbahnhöfen Cortan Norte und Cortan Sud und dem Zentrum gependelt. Einer dieser Ausflüge ging nach Somoto und im Konkreten und den in der Nähe gelegenen Canyon des Rio Cocco.

Somoto Canyon…2h im Chickenbus. Dann mit dem Guide noch 20 min. auf der Ladefläche des Pickups und wir waren am Ziel. Wir haben unsere Badesachen schon angehabt und nur einen unsere Rucksäcke, mit Zelt und Co., beim Guidebüro abgestellt, der andere wartete auf uns im Hostel in Esteli. Und los gings. Es war eine nette Mischung aus Wandern, Flusswandern, Floaten und Canyoning. Hat echt Spaß gemacht und speziell gegen Ende der Tour, als der Canyon immer enger wurde, wurde auch die Landschaft immer spektakulärer und schöner. Manchmal haben wir uns treiben lassen manchmal sind wir von Felsen gesprungen und hin und wieder haben wir aufpassen müssen, dass wir nicht von zu starken Strömungen in die falsche, die gefährliche Richtung und die größeren Wasserfälle gespült wurden. Nach der Tour gabs dann Essen und weil wir nicht am selben Tag nochmals 2h im Chickenbus sitzen wollten haben wir uns entschlossen am Flussufer, auf einer schönen Wiese einer Finca unser Zelt aufzuschlagen. Das war auch voll entspannt und nett und gemütlich und wir haben schwarzes Bohnenmus mit Tortillas, Tomaten Gurken Zwiebel, selbstverständlich auch Salsa Picante, und sonst noch allem möglichen Zeug gegessen. Am nächsten Tag haben wir dann noch eine kleine Wanderung gemacht um die Schlucht auch mal von oben zu sehen und sind dann zu Mittag wieder zurück nach Esteli. Auch hier wieder ein paar Eindrücke unserer Canyontour:
 

 
 


















 
Esteli Fotonachtrag:
 
 

2 Kommentare:

  1. lieber crisu, danke (wieder) für deine Blogs, die immer so wirklich, echt geschrieben sind, dass man fast meinen könnte man wäre dabei. :-)
    euer bert war Gold wert, ABER du/ihr für ihn auch!! jemanden all das zu zeigen, den anderen vorzustellen, dir/euch und sich selbst eine Freude machen! das wird es gewesen sein. :-) fernab der touristenpfade und -führer! DAS ist, was euer Abenteuer unvergesslich machen wird. super!!
    das mit dem Brot! ist ein öffentliches versprechen!! sehr gut, so viele zeugen, so viele die`s dann essen wollen, happy bacering! hahaha.
    der strudel, nicht der zum essen, sondern der in der schlucht hat gleich meine TOTALE Aufmerksamkeit erhalten, wie ihr euch vorstellen könnt. iiiiiiiii. wenn ich da rein, wer rettet mich? möchte ich von meinem (Lieblings) Neffen , (hätte ich nicht Phil auch noch !! :-)))), oder der süssesn Marlene einen Rettungsversuch? ...in dem wir dann beide umkommen..............
    na, du kennst mich ja. ich muss an meiner fantasie arbeiten.!!!! brrrrrrrrrrrrrrr.
    und blende das bild mal aus, und !!! ja es ist geeeeeeeeeeeeeil. heheh. (wirkt schon :-)

    endlich sehen wir die dicke popschtante auch von vorne. haha. und die kleine Marlene daneben.

    hier noch nicht, aber schon gesehen: Fotos von euren ausritten, wo du nach eigener Erzählung der schnellste galoppierer warst, fehlen noch. sehr lustig! am Video ruft Marlene ja mal nach dir/euch (dir und Pferd) sodass ich zuerst das gefühl hatte, das Pferd geht wo ES möchte und du sitzt drauf, in der Hoffnung dass ES anschluß findet. ABER dem hast du ja widersprochen. :-)

    sehr cool, so duch die Wildnis zu reiten, die welt vom rücken der Pferde zu sehen, wobei: mir wärs zu hoch!! hihihihi

    alles liebe!!
    Bussi
    michi!!
    bitte weiter posten, weiter schreiben, weiter aufpassen!!!!

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  2. hallo ihr aussteiger:-) danke für die tollen geschichten.so wissen die daheimgebliebenen doch sehr ausführlich was ihr so treibt. es ist schön zu sehen wir ihr diese reise genießt.
    vielleicht könnt ihr gefährlich sachen ,wie strudelnähe usw auslassen. DANKE!!
    bei uns ist es jetzt doch auch schön, können natürlich mit euren 38° ca nicht mithalten - wollen wir auch nicht.werds im oktober ja früh genug auch spüren phu
    marelen hat uns jetzt nicht nur (wenn wir brav sind) (was dürfen wir bitte nicht tun oder doch :-) mir auch ein palmenröckchen versprochen. das werden sicher lustige fotos - bin grad eh auf diät - sonst schau ich aus wie die pummelige lady.
    ich lieg grad auf der bank,die sonne scheint - was will man mehr.
    im lotto hab ich trotz höherem einsatz bei jackpot wieder nichts gewonnen :-(
    was solls, ich bin ohnehin reich - ich habe die tollste familie + die besten freunde.
    anderes: mimi hat gemeint wenn ihr reiten geht wenn sie dann bei euch ist . nur wenn sie ans bzw aufs pferd gebunden wird, was wir dann natürlich geistig durchgespielt haben wie folgt: mimi kann nicht reiten rutscht daher nicht vom pferd sondern weil wie schon erwähnt nur auf die unterseite was im galopp dann ev sehr spannend werden könnte,abgesehen von der staubbelastung in diesem bereich ..... hihih
    ihr habt schon 2 von ca 12 monaten - weitermachen,mitmachen,eindrücke mitnehmen,alles(nichts gefährliches)ausprobieren - und aufpassen!!!!!! ganz viele küsschen mama

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