... wie die Zeit vergeht!!! Wir sind mittlerweile bereits in Catagena Kolumbien.
Das bedeutet, dass wir seit unserem letzten Post und während der letzten Wochen weitere Abenteuer in Nica erlebt sowie auch schon Costa Rica und Panama unsere Ehre erwiesen haben. Die Zeit verfliegt! Nicht zuletzt auf Grund dieser Tatsache haben wir uns dazu entschieden Costa Rica und Panama etwas schneller zu bereisen. Auch deswegen weil wir uns für die Abreise aus Panama für ein bestimmtes Datum entscheiden haben müssen und wir dem 16.Juni gegenüber dem 21. Juli den Vorzug gegeben haben. Einmal monatlich nämlich geht von den San Blas Inseln der karibischen Küste, nördlich von Panamacity, ein Segelschiff in Richtung Cartagena, unseren nächsten Ziel und Land.
Warum wir uns nun aber für den früheren Termin für unsere Segelfahrt entschieden haben, den der uns nur 2-3 Wochen für Costa Rica und Panama lässt, begründet sich in Folgendem: 1. Landschaftlich bieten diese beiden Länder kaum etwas anderes oder ergänzendes zu dem was wir nicht schon von Nica geboten bekommen haben. 2. Gleichzeitig sind diese beiden Länder, v. a. Costa Rica, im Vergleich zu Nica wesentlich teurer. 3. Die Kultur und die Länder selbst sind us-amerikanisierter, Panamas Währung ist der US-Dollar, der Standard liegt etwas höher und somit sind sie für uns dadurch schlichtweg etwas weniger reizvoll und interessant wenngleich die Menschen in allen drei Ländern freundlich, nett und sehr umgänglich sind. 4. Haben wir erkennen müssen, dass wir so einfach nicht weitermachen können, zeittechnisch....knapp 6 Wochen für Nica... Wenn wir in diesem Tempo weitermachen würden, was traumhaft wäre aber gleichzeitig ob der Tatsache, dass das Geld nicht viel länger reichen würde und man (wir) dann doch nicht auf länger fortbleiben vorbereitet ist - die Wohnung ist ja nur vermietet und nicht aufgegeben, die Krankenversicherung läuft aus usw. - sich nur schwer umsetzen ließe, würden wir alleine für Kolumbien, etwa 10x so groß wie Nica, und auch die meisten anderen Länder Südamerikas sind ähnlich oder noch größer, über ein Jahr benötigen! Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass diese Länder mit Bestimmtheit nicht weniger attraktiv sind, weniger zu bieten haben und mit dem Beginn der Berge und der unglaublich schönen Andenkette sowieso mein persönliches Highlight darstellen werden!
Das alles hat uns also gegen Ende Nicaraguas dazu bewogen die beiden folgenden Länder etwas mehr auf der Durchreise zu erkunden.
Aber hier fehlen ja noch die letzten Nicareiseberichte... Nachdem wir aus Miraflor wieder zurück in Esteli waren, stand als nächstes ein biologisch-ökologisch-kultureller und persönlicher Höhepunkt auf meiner Liste. Ich wollte unbedingt in das Bosawas Gebiet, ein Rest unberührter Natur im Nordosten Nicas, mit dem nach dem Amazonas größten zusammenhängenden Regenwald Lateinamerikas. Ich wollte einen Guide anheuern der uns begleitet und unterstützt, um mit Fischern auf ihren kleinen Booten die Flüsse entlang ins Zentrum dieses Schutzgebietes vorzustoßen, die indigenen Ureinwohner zu treffen, bei ihnen zu übernachten und uns so bis an die Karibikküste vorzuarbeiten. Leider blieb uns dieses Abenteuer aber verwehrt. Zum Einen auf Grund der einsetzenden Regenzeit, zum Zweiten wegen der kürzlich aufgeflammten Unruhen zwischen der indigenen Bevölkerung und den anderen dort wohnen Bevölkerungsgruppen, welche sich leider in Gewalt und Unsicherheit niederschlägt und zum Dritten weil aus eben diesem Grund nicht Mal der einzige kommerzielle Anbieter einer Minitour in das Gebiet einen Besuch des selbigen durchführt und für sicher erachtet hat, ganz zu schweigen von der sehr komplizieren Organisation und dem schier unmöglichen Auftreiben eines willigen Führers - angeblich herrscht in diesem gebiet, neben anderen Mühen welche ein naturbelassener Dschungel nun mal bietet, auch eine ziemliche Lanzenotterplage, sodass selbst Einheimische bestimmte Gebiete großflächig und tunlichst zu meiden versuchen. Weniger als Ersatzprogramm als vielmehr als nächster Punkt auf unserer Liste waren die Corn Islands, little und big Cornisland, zwei kleine traumhafte karibische Inseln 70km vor der Küste Nicas liegend. Erstere kann man auf weißem Sandstrand und unter Palmen hindurch über schwarzes Gestein hinweg und ohne vorhandene, feste Straßen und motorisierten Transportmitteln in ca. 2h umwandern. Nach 8h Chickenbusfahrt und im dreckigen, wenig reizvollen, armen Bluefields angekommen standen wir vor der Wahl 4 Tage auf die nächste Fähre auf die große Insel zu warten oder mit dem Flieger in 20 min. das Ziel zu erreichen. Nachdem wir uns für zweiteres entschieden haben gings am nächsten Tag in der Früh mit dem Speedboot und weiteren 40 min. auf die kleine Insel. Zum Glück hat Marleen am Vorabend noch ein Quartier hier gecheckt. Abgesehen davon, dass dieser zweitägige Luxus von Marleen gesponsert wurde, anlässlich unseres privaten Geburtstagsnachfeierns, war ich extrem froh, dass wir bei der Ankunft sofort von einem Einheimischen empfangen wurden, der unsere Rucksäcke in einer Schreibtruhe durch den Sand, auf dem, quer durch das Dschungelhinterland geschlagenen, Weg auf die andere Seite der Insel geführt hat, ich dort sofort eine Pina Colada, die mit Abstand beste!!! meines bisherigen Lebens - frisch geröstete Kokosnusssplitter sind das Geheimnis-, und gesalzene Nüsse bekommen habe. Die haben mir geholfen mein speibgrünes Gesicht, und die Tatsache, dass mir kotzübel war von der Bootsfahrt zu vergessen ganz zu schweigen von der Tatsache, dass wir beide waschelnass waren. Nach den zwei Tagen luxuschillen, wahnsinnig unglaublicher guter Abendessen und paradiesischen Strandlebens haben wir uns entschieden auf der Insel zu verlängern, allerdings in einer eher klassischen Wellblechhütte, weil wesentlich billiger, nur 400m weiter! Ein Woche haben wir dabei auf der kleinen Insel mit zwei Tauchgängen - ich habe dabei wieder einmal und Marleen zum ersten mal Haie, Ammenhaie, gesehen die neugierig um uns herum geschwommen sind-, spazieren, lesen, schreiben und natürlich der nächtlichen Suche nach Schildkröten, Schlangen und Krabben verbracht.
Hier ein paar Eindrücke:
Während unserer 9 Tage auf den beiden Inseln haben wir 7x frischen, besten, herrlichsten, geilsten Fisch und 2x nicaraguanisches Steak gegessen. Eine unglaublich gute Proteinüberdosis:))))
Auch der nächste Punk auf unserer Liste sollte sich nicht realisieren lassen, nämlich der Regenwald, die indigene Bevölkerung und die von der Natur zurückeroberten kolonialen Ruienenstädte des Südostens. Zu kompliziert und langfristig die Anreise, v.a. aber auch die darauffolgende Abreise in Kombination mit ungünstigem Transporttiming und der Tatsache, dass wir uns in einem Jahr noch immer in Mittelamerika gesehen haben, haben uns den Flieger an die Westküste Nicas, zu unserem vorletzten Etappenziel in Nicaragua, nämlich der Stadt Granada, nehmen lassen. Granada ist schön, kolonial mit gutem essen und dem wie man sagt besten Steakhaus gesegnet, für uns aber alleine deswegen nicht der Grund unsres Besuches, weil schöne Städte, koloniale nämlich, haben wir bisher schon einige gesehen. Vielmehr wollten wir von hier aus zwei Vulkane besuchen. Der erste, schon lange nicht mehr aktiv, beherbergt in seinem Krater einen riesigen, schönen See in dem man baden, kajakfahren, plantschen und auch tauchen kann. Und es war tatsächlich ein schönes Panorama, ein bisschen Richtung Seemitte zu schwimmen und von dort aus 360 Grad im Umkreis den grünbewaldeten Kraterrand zu sehen und zu versuchen zu eruieren aus welcher Richtung das Brüllaffengeschrei kommt. Hat ein bisschen gewirkt wie in einer riesigen Suppenschüssel schwimmend. Der zweite Vulkan ist nach wie vor aktiv und seit 9 Monaten sogar wieder vermehrt, weshalb man auch die normalerweise angebotenen Wanderungen und Höhlenbesuche dort gestrichen hat und der Besuch des Kraterrandes nur mit dem Auto und für max. 5-10 min. erlaubt ist um kein größeres Risiko einzugehen und im Falle des Falles maximal schnell wieder von dort wegzukommen. Der preis, eh nicht hoch, ist allerdings gleich geblieben, und hat sich voll ausgezahlt. Wir beide haben das erste Mal Lava gesehen. Vom Kraterrand hinunterblickend hat man, zwar weiter entfernt aber doch, die Lava spritzen und fröhlich vor sich hin brutzeln gesehen. Das war schon richtig cool, ganz abgesehen von dem sowieso grandiosen Vulkanpanorama dort oben! Für beide Ausflüge haben wir für die Hinfahrt den Bus verwendet und für die Rückfahrt gestoppt wobei wir einmal im Auto eines vor kurzem hierhergezogenen amerikanischen Paares gelandet und einmal, eher mein Geschmack und abenteuerlicher, auf den Ladeflächen eines Pick-ups und eines Kleintransporters gelandet sind. Da hinten und teils während der Fahrt aufspringend haben wir dann ein bisschen mit den anderen Ladeflächesitzerden plaudern können für die es augenscheinlich nicht so oft vorkommt, dass zwei Gringos hinten bei ihnen mitfahren. Am nächsten Tag haben wir Granada, wie haben das Steaklokal natürlich nicht ausgelassen, wieder verlassen und uns aufgemacht zu unserem nächsten und letzten Nicaerlebnis, nämlich der Ínsel Omotepe, aus zwei miteinander "verschmolzenen" Vulkanen bestehend und in der Mitte des riesigen Lago Nicaragua liegend, in welchem es die einzigen Süßwasserhaie- Bullenhaie- der Welt gibt.
Eine wirklich schöne grüne Insel die von einer Straße in einer 8 umrundet wird, wobei nur das Stück zwischen den beiden größeren Dörfern auch befestigt ist, während man die restlichen Teile auf Schotterpisten von Schlagloch zu Schlagloch pumpert. Wir haben das am 1. Tag auch gleich mit einem ausgeborgten Scooter gemacht um hübsche Wasserfälle, zu denen man dann auch noch 2 stunden raufwandern muss, zu erreichen. Oben eine Dusche genommen und wieder zurück hat das Ganze ob der wahnsinnige Geschwindigkeit auf der "Straße" für An- und Abreise fast den ganzen Tag in Anspruch genommen. Am nächsten Tag hab ich dann mit einem hiesigen 62 jährigen Guide den mit 1395m etwas niedrigeren Vulkan der beiden bestiegen während Marleen an Süßwasserpools und in Restaurants relaxed hat. Um 4 Uhr in der früh bin ich mit meinem Führer los um nach Anfahrt und Café auf einer Finca, mittags den Krater, welcher mit Wasser gefüllt ist und in dem man baden kann, zu erreichen. Leider hatten wir kein Wetterglück und die Lagune hat sich wegen der den Berg ab der Mitte dichtest umgebenden Wolken und Nebelschwaden nur erahnen lassen. Dafür aber war es während der ganzen Wanderung angenehm kühl, feucht und niemals zu heiß. Überhaupt war der weg und die Wanderung an sich schon cool genug. Über Schlammpisten, nasse Wurzeln und Steine den einzigen Weg nach oben führend habe ich mir teils etwas Sorgen um meinen Guide gemacht und mich gefragt wer hier für wen da ist und sicher rauf und wieder runter bringen soll. Der arme Typ ist doch tatsächlich mit spiegelglatten Anzugschuhen unterwegs gewesen und ist vor mir hin und her geschlittert, dass ich mich ihn schon abtransportieren gesehen habe. Zum Glück aber ist alles gut gegangen und ich habe wieder einmal ein paar Stunden alleine mit einem netten Einheimischen verbringen dürfen, Spanisch üben dürfen und ein bisschen etwas über Land und Leute hier erfahren dürfen.
Am 3. Tat auf der Insel haben wir uns dann in der Früh gleich auf den Weg gemacht. Bus zur Fähre, Fähre, Taxi in den nächsten Ort, Bus an die Grenze, zu Fuß aus Nica durchs Niemandsland und hinein nach Costa, per Anhalter mit einem Trucker in die erste kleine Ortschaft, mit einem weiteren Trucker weiter in Richtung Süden und zum Schluss nochmals per Anhalter mit einer netten Familie hinauf in die Berge nach Monteverde. Mich sehr beeindruckend hat sich Marleen heute an der Grenze selbst übertroffen! Für mich war es das 3. Mal, dass ich auf dem Fußweg von einem Land ins nächste eine kontrollierte Grenze übertreten habe während es für Marleen das erste Mal war, abgesehen von Kindheitswanderungen im Wald nach Tschechien wie sie meint. Und gleich hat sie den Grenzbeamten beschissen...Für die Einreise nach Costa Rica benötig man nämlich den Nachweis einer Ausreise. Das kann ein Flugticket sein, ein Busticket usw. und stellt Reisende wie uns vor ein Problem da wir nicht wissen wann, wo und wie wir eben das tun werden. Die üblichste Lösung, und die vor deren Umsetzung wir uns sehr kurz befanden, ist, dass man sich ein Busticket von San Jose nach Panamacity kauft, um 50 Dollar, und dieses dann tatsächlich benutzt oder verfallen lässt, was wahrscheinlicher ist, weil wer, der so unterwegs ist wie wir, möchte schon diese beiden Städte ohne Zwischenstopps bereisen wenn dazwischen nahezu 3/4 der beiden Länder liegen. Nach einigem hin und her was wir nun tun sollen hat Marleen eine weitere Methode verwendet. Wir haben mit ein paar Jungs gesprochen die ähnliche Probleme hatten, und Marleen hat sich die Flugdaten mit dem Abflug aus San Jose von dem Typen geben lassen damit wir zumindest dieses rausgeschrieben haben. Damit und mit einer gefakten und alten Flugbuchungsbestätigung auf deutsch am Handy sind wir dann zum zuständigen Stempelgeber und haben ihm unser Problem geschildert, dass wir nämlich unseren Flieger in einer Woche in San Jose erwischen müssen, die Daten des Fluges haben wir uns eh rausgeschrieben ;), aber wir haben vergessen, dass wir hier keinen Internetempfang haben und wir daher die PDF-Flugbestätigung nicht öffnen können... nach bisschen hin und her hat Marleen uns unseren Einreisestempel besorgt und wir haben uns mit dem erstbesten Trucker aus den Staub gemacht in Richtung Monteverde, der Trucker meine Gangsterbraut und ich!
























hi ihr 2 von da, wo wir uns ursprünglich treffen sollten! catagena! :-)
AntwortenLöschenjetzt bin ich weiter nach "unten" gerutscht. naja, ich kenne ja beides nicht :-)
eine so nette, ausführliche Beschreibung der Umgebung, eurer Empfindungen, Erlebnissen inkl. essen, Begegnungen mit einheimischen und anderen............... sehr sehr nett und die gegend ist, wie seit beginn eigentlich , immer bissl anders aber immer saugeil!! ja.
das essen, bis auf die hendlfüße und irgendwelche haxn ..............iiiiiiiiiiiiiiiiii immer so, dass auch ich es essen mag!! und ich freu ich auf das alles. wobei: in Ecuador gibt es gegrillte meerschweinchen, die habe ich im führer gesehen, die lasse ich aber sicher aus! UI!
dass Christian am schiff den Salto ausgelassen hat kommt mir sicher bei so mancher Gelegenheit zu gute!! : von wegen: trau dich!
ich werde oft versuchen mich zu trauen, was auch immer, aber im worst case werde ich ihn/euch an den nicht gemachten Salto von crisu erinnern! hahahahahahahah
hat aber sehr geil ausgesehen und marlen hat ja auch riesen Applaus bekommen!! BRAVO!
wenn ich euch so zuhöre bzw. lese werde ich in den bergen Unmengen von traveltabletten brauchen. so schlecht wie es crisu ging, brauche ich sicher TAAAAGe um wieder irgendwas zu wollen! WÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!! schlecht ist sehr schlecht! es lebe die Pharmaindustrie- her mit den ganzen pillen! wenn man(n) sie braucht braucht man sie halt. Wobei am schiff selbst hattest du ja, aufgrund der miniwindstärke ja glück!
immer schön aufpassen!!! die sonne in Ecuador ist in ALLEN FÜHRERN als SEEEEEHR gefährlich beschrieben, wg. Äquatornähe und so!!!!
Sonnenschutz ist hier seeeeehr seeeehr wichtig!!! kein Moment ist es wert, einem Melanom hier den geburtstermin zu bescheren, und die Melanome kommen jahre später erst, sind immer SPätsünden!!!!!! ALSO!!! SF 50! ist angesagt! auf jedem hautfutzerl!
danke für die tollen Fotos!!! und die ,oft auch lustige, tourbeschreibung!!
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michi