Es ist ja nun schon wieder ein Zeiterl her,
dass ich geschrieben habe, aber mit dem Verlassen Kubas haben wir auch das
letzte Bisschen Zeitdruck hinterunsgelassen das wir noch aus Europa mitgenommen
haben. Ab nun und hier gibt es nur mehr ein HIER und HEUTE und ein Leben nach dem
Motte: Von der Hand in den Mund!!!
So kommt es also, dass mit dem Fehlen
jeglichen zeitlichen Rahmens, die Zeit anfängt zu verschwimmen beziehungsweise
sich ihre Einheiten beginnen aufzulösen und man, ehe man es sich versieht,
bereits eine Woche in Nicaragua verweilt ohne von sich hören hat zu lassen!
Diese Freiheit und dieses Gefühl zeitlicher unbeschränktheit hat, vor allem
mir, in Cuba sehr gefehlt! Umso mehr genieße ich und wir seit unserem letzten
Grenzübertritt diese neu hinzugewonnen Freiheit!
Nun aber mal wieder ein kleines Update der
vergangenen Tage und unserer ersten Eindrücke von Nica:
Kaum zu glauben aber die Grenzübertritte (Kuba
- USA - Nica) haben tatsächlich problemlos funktioniert, was selbtverständlich
nicht bedeutet, dass selbige auch ohne Stress, Nervenleiden und den daraus
folgendem Verlust von einigen Lebenssekunden vonstatten gegangen sind.
Ich glaube ja die US-Amerikaner haben das
Schlangestehen erfunden (die Cineasten unter euch wissen natürlich, dass es
Michael (alias John Travolta) war - der hat zwar in diesem Land gedient, aber
reicht das?-)! Jedenfalls darf man bei ihnen diese wundervollen ewig langen
Schlangen bilden die sich in mehreren Reihen über die gesamte Raumbreite
erstrecken und vermuten lassen, dass man seinen Weiterflug in 5 Stunden niemals
rechtzeitig erreichen wird - wie es uns am Weg nach Hawaii nämlich schon
passiert ist - und speziell dann wenn man dieses Prozedere, wahrscheinlich um
es zu üben, gleich 5 mal machen muss: Passkontrolle, Visumkontrolle und
Einreise, erneutes Einchecken, 2. Passkontrolle und natürlich die
Sicherheitskontrolle, alles selbstverständlich mit dem Herzeigen aller
möglicher Dokumente verbunden.
Wie auch immer, überstanden ist überstanden
und so haben wir nicht mal mehr viel Zeit totschlagen müssen bis wir erneut den
Flieger betreten durften.
Nachdem wir um 2 in der Früh heil und in
unserer Unterkunft angekommen sind, haben wir uns ob der Hitze und der hohen
Luftfeuchtigkeit und trotz der Erschöpfung des Tages ein wenig plagen müssen
einzuschlafen beziehungsweise uns eine erholsame Nacht zu gestalten. Ein paar
mal duschen und ohne Abtrocknen ins Bett haben geholfen, bei mir jedenfalls,
und tun es seit dem auch weiterhin. Alternativ zu dem Duschen hilft es auch
wenn wir uns je einen Ventilator auf höchster Stufe direkt vors Bett stellen.
Wir wüssten nicht was wir täten, beziehungsweise was wir tun werden wenn es
denn dann mal so sein sollte, dass es diese angenehmen Helfer nicht mehr geben
sollte - immer wieder duschen gehen ist auf die Dauer ja auch nicht sehr
erholsam nächtens. Jedoch besteht die Idee bei aufgedrehter Dusche am Boden selbiger
zu schlafen. Alleine die Matrze wäre mit der Zeit sicher auch eher unangenehm matschig
als geruhsam.
In Leon, einer netten kleine Statt in welcher
wir uns nun seit knapp einer Woche befinden, etwas nordwestlich von Managua,
der Hauptstadt, in der wir uns nur für einen Tag zum neuorganisieren aufgehalten
haben, müssten wir uns die Dusche allerdings mit unsere Zimmerratte Linguini teilen.
Der gefällts dor auch recht gut obwohl ich sie regelmäßig daran erinnere, dass
wir sie doch gerne für uns hätten. Sie bleibt uns dennoch treu. Auch egal,
immerhin sieht sie sehr gepflegt aus und fristet wie es scheint ein
Einzelgängerdasein. Irgendwie haben wir sie ins Herz geschlossen. Weitere
Mitbewohner unseres Hostels sind Schildkröten, Fledermäuse, Attas
(Blattschneiderameisen) sowie Deutsche und Holländer.
Von Leon aus waren wir gleich einmal
sandboarden und sandrodeln. Prinzipiell ganz cool aber leider doch etwas
langsam.... die Rennmaschinen haben dann doch zu viel Reibung auf dem groben,
schwarzen Vulkansand. Wahrscheinlich würde sich sonst jeden Tag mal wer ins Out
befördern. Der Vulkan für sich und die Wanderung hinauf alleine waren den
Ausflug aber auf jeden Fall wert! Ist doch wirklich immer wieder cool auf einen
Vulkan zu steigen - auch wenn er nicht mehr wirklich besonders aktiv ist, aber
das Aussehen und die hi und da austretenden Gase schauen einfach echt geil aus.
Nächster Tag Hausbeach mit dem Bus! Scheiß mich an!!! Hätte mehrmals
hintereinander die Wetter verloren, dass jetzt aber wirklich keiner mehr in den
Bus passt! Jedes mal sind noch 5 dazugekommen!!! - und wenn du denkst es geh nicht mehr, kommen
irgendwo doch noch 5 Nicas her - Muss man erlebt haben um es zu glauben! Von
wegen wie viele Clowns passen in ein Auto....das is ein Schas dagegen. Phil, ich
hätt dich gern dabei gehabt, wäre interessant gewesen zu testen wie weit du
gegangen wärst. Mein Kopf war teilweise unter der Dachschrägen in eine
unangenehme Position gedrückt, definitiv zu groß für Stelle des Buses, mein
Oberkörper verbogen, das Gewicht auf Grund der nachdrückenden Massen auf nur
ein Bein verlagert, einen Arm durch die hereingepferchten Nicas auf den Rücken gepresst
und mit dem anderen Arm meine Brille auf der Nase vor den vor mir stehenden
Menschen vorm zerdrückt werden schützend.... echt zum anscheißen oarg gewesen.
Zum Glück war das nur die halbe Zeit der propagierten 20 und tatsächlichen
60min. so!!! Ich glaube Marleen ist auch das eine oder andere mal die Panik ins
Gesicht gestiegen, ob der geringeren Höhe und dem noch geringeren Sauerstoffanteil
auf mittlerer Höhe der Sardinendose, ganz zu schweigen von den gefühlten
tausenden schwitzenden, stöhnenden, ächzenden Nicas und Touristen, den 40 Grad
und den haarigen sich vor Marleens Nase öffnenden sie umschließenden Achseln der
zum anhalten nach oben greifenden Arme in Gesichtshöhe! Am Abend wirds sicher
besser sein.... (dachten wir)! Da kam dann auch bei mir mal Panik! Trotzdem:
muss man erlebt haben!
Von Montag bis Freitag besuchen wir jetzt
einen Spanischkurs! Das wollten wir unbedingt machen und wir sicher nicht das
letzte mal gewesen sein! Am Nachmittag wird dann brav Hausaufgabe gemacht und
ich fühle mich dann, wenngleich ich hier und heute mich freiwillig in dieses
Dilemma gestürzt habe, ein bisschen in die Schulzeit zurückversetzt! Ich habe
es wirklich immer gehasst!!!!!! Gebe mir aber Mühe den Sinn darin zu sehen :).
Nach der Hausübung wird gechillt, die Kühle des Supermarktes genossen, Nica
libre geschlürft, Streetfood gegessen, Batidos getrunken (heute: Cerro Negro,
ein halber Liter Milch mit frappierten Bananen, Schoko, Erdnussbutter und Eis -
ein echter Überleben- oder Ablebenssshake um den enormen Energieverbrauch den
wir beim sitzen, liegen, spazieren und ernähren halt haben zu decken),
Sportbars besucht um die Finals der NBA und der MLB zu verfolgen, sowie die paar
Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale, Markt usw. besucht.
Heute ist Donnerstag (Abend) und die nächsten
Tage werden wohl alle so ausschauen, kein Zeitstress eben. Selbigen habe ich
nun auch hier jetzt nicht gehabt, weshalb es mal wieder etwas mehr zu lesen
gibt. Für heute aber reicht es, außerdem liegt meine letzte Dusche schon wieder
drei Stunden zurück und es wird Zeit!
Geplant ist am Samstag noch ein Stück weiter
in den Nordwesten zu fahren. Mal sehen was uns reitet und wohin es geht!
Dann gibts auch wieder was zu lesen!
Ganz liebe Grüße an euch alle!
Chiao und saludosich gehe dann mal duschen!





























HAHAHAHAHAHAHAH ich lache gerade tränen!!! danke der geschichte im bus, der brille, der vielen Achselhaare auf marlenes Niveau, der gedrückten und verrenkten Körper!! DANKE! für diese lustige geschichte!! HÄHÄHÄHÄHÄH
AntwortenLöschenhihihi, danke auch für die Beschreibung nächtlicher hin-und hergänge dusche um doch irgendwann schlaf zu finden. die lösung ist sicher, so oft hin-und hergehen, bis dich, von eben dem, der schlaf überkommt. wo!! ist dann fast egal.- bis zum aufwachen! hihih. und dann das gute nasse Plätzchen noch mit nem Tier teilen. :-)
seid froh!?!?!? hier, regen regen regen bei 7°,!!!!!!!!!!!! wir heizen, anders ist es nicht auszuhalten, dementsprechende megastaus gestern und heute nach mödling. ich war 3 x mittendrin. fast 2 stunden in eine Richtung, kein entkommen! auch nicht auf der ausweichstrecke. grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
das mit den schlangen überall, (Warteschlangen) und der vielmaligen anstellerei lässt wiedermal eine meiner Ängste erwachen!
ob ich, falls ich komme, das auch schaffe, (bin froh wenn mich 1 x jemand was fragt und ich kann mit ihm kommunizieren) und 2. wenn mir der gedanke kommt ich versäume meinen flieger , muss ich mir leider die kugel geben. ein neues checken übersteigt meine Fähigkeiten dann und nerven.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
sehr sehr cool, was ihr so treibt, alleine die Ausrüstung zum vulkandiving schaut leiwand aus.
ich vergönne euch jetzt mal die timeless-zeit! darauf, genau darauf habt ihr euch ja gefreut. kein stress, die zivilisations- und damit verbundenen vielen anderen -zwänge und -engen nicht spüren.
sag mal, mit wieviel kohle muss man (frau) rechnen um auszukommen, schlafen, essen, dinge machen?
danke crisu für deine wieder soooooooooooo lustig und wirklichkeitsnahen Beschreibungen aller dinge, sodass man fast gefühl hat, mir sind auch leute auf die zehen gestiegen, haben versucht mir meine brille zu zerquetschen und ich musste meinen agressionsleven drastisch runterschrauben, damit ich nicht schreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie.
lediglich das schwitzen kann ich beim besten willen nicht nachempfinden. brrrrrrrrrrrrrrrrrr is mir kalt!
so, ich muss jetzt. treffe mich mit michi im Krankenhaus barmherzige Schwestern, zu einer LIVE-OP ("nur" Hernien-OP) aber besser als keine. obwohl, das aufschnippeln bin ich ja schon von Tina gewöhnt.
dickes Bussi, ich stürze mich jetzt in den regen, mit winterjacke bekleidet!
fröhliches schwitzen, lernen und tun was euch gefällt !!!
Bussi michi