Samstag, 5. August 2017

Galapagos, we have been there!

Jetzt waren wir also da. Ohne vorher großartig Dinge zu buchen und ohne Cruises. Letztere sind die Hauptreiseart hier auf den Inseln. Zum Einen weil man so angeblich am meisten sieht von Flora und Fauna und zum Zweiten weil es nur so möglich ist auf die wirklich kleinen und entlegenen Inseln und teils zu den absoluten Highlights zu kommen. Dafür kosten diese aber auch ein Vermögen, nach oben hin selbstverständlich offen fangen sie bei 850 Dollar für 5 Tage, Restplatzpreis selbstredend, an. Wir haben uns dagegen entschieden was mir auf Grund meiner immer schlimmer werdenden Tendenz seekrank zu werden entgegen gekommen ist. Gleichzeitig war es uns so aber auch verwehrt auf die beiden westlichsten kleinen Inseln, Wolf und Darwin, zu gelangen wo es nahezu garantiert ist Wahlhaie zu sehen und mit guten Chancen auf Wahle, Mantarochen und allem was sonst noch Rang und Namen hat und von großem Wuchs ist in mitten des Pazifiks. Selbst wenn wir wollten wäre sich auch zeitlich nicht ausgegangen denn um diese Inseln zu erreichen muss man einen mindestens achttägigen Cruise, laut den Reisebüros ca 5000 Dollar, machen und dann hätten wir keine Zeit mehr für das Landleben gehabt. Aber auch so haben wir nahezu alles gesehn was die Inseln zu bieten haben: Land- und Wasserleguane, Riesenschildkröten, Meeresschildkröten, Pelikane, Seehunde, mit welchen wir nahezu zum Streicheln nahe, wäre da nicht der vorgeschriebene und von Seehundsseite kaum eingehaltene Mindestabstand von 2m zwischen Mensch und Tier, geschnorchelt und getaucht sind, Rot- und Blaufußtölpel, Fregattvögel, Krabben, Goldrochen, Engelsrochen, Schwarz- und Weißspitzenriffhaie, Galapagoshaie, Hammerhaie, selbstverständlich alle von Darwins Finken und sogar einen Marlin, den schnellsten Fisch der Welt! Viele dieser Tiere oft, in riesigen Mengen und auf den Wegen und Sitzbänken liegend, mit ihnen auf Augenhöhe und unter Armreichweite schnorcheln, tauchend, schwimmend oder sitzend. So gesehn hat uns Galapagos vieles versprochen und auch vieles davon gehalten. Ich, habe ich gelernt, muss nicht alles haben, und das was ich bekommen habe war großartig. Es gibt wohl weniges, dass so magisch ist wie beim schnorcheln auf eine schwerelos wirkende Schildkröte zu treffen. Wenn sie langsam, elegant und völlig ohne jegliche Anstrengung durch das Wasser gleitet. Ich habe das nun schon öfters erleben dürfen und jedesmal wieder ist es was besonderes und wäre das Wasser nicht so kalt und die Luft nicht so knapp könnte und wollte ich ewig zuschauen und hinterher tauchen. Ähnlich verhält es sich wenn man am Strand sitzt und ein Seehundjunges mit seiner Mutter am beobachtet. Es raunzt und robbt um seine Mutter, klatscht mit seinen Flossen auf Mamas Bauch und Nase bis sich diese endlich bereiterklärt sich auf den Rücken zu rollen und so den Weg zur Milch freigibt. Genüsslich schmazend findet das Kleine so Ruhe, trinkt, stößt zu, trinkt weiter bis es sich dann wieder unter eine der Flossen der Mutter schiebt. Währendessen busseln ein paar Meter weiter zwei Seehunde während die ganze Zeit über der Chef des Klans im seichten Wasser auf und ab schwimmt, kleffend, brüllend, alles beobachtend und aufpassend, dass es ja kein Rivale wagt sich einem seiner Weibchen zu nähern. Dann nämlich robbt und stampft er aus dem Wasser, laut schimpfend und den Eindringling an seinen Platz verweisend. Wir immer inmitten dieser Schauspiele und nur mit gelangweiltem, halb geöffnetem Auge beobachtet. Das ist echt nett und hat uns begeistert und Marleen weiß nun endlich eine Antwort auf die Frage welches ihre Lieblingstiere sind. Seehundtechnisch kann das nur getoppt werden wenn eben diese beim Schnorcheln um einen herumflitzen bis auf wenige cm an die eigene Nasenspitze heranschwimmen nur um kurz vorher abzuwenden, Luftblasen auszustoßen und wieder irgendwo im Blau zu verschwinden. So verspielt und liebevoll im Umgang miteinader sie sind, so stinkig sind sie auch und meist liegt der Geruch von ewig altem und schon teils verdautem Fisch in der Luft, was der Freude, dem Privileg und der Magie dieser Momente allerdings nichts anhaben kann.
Solche Momente haben wir hier viele gefunden! Jetzt muss hier allerdings noch  erwähnt werden, dass der Begriff Seehund eigentlich falsch ist denn wie man auf den Fotos erkennen kann, haben die "Seehunde" hier kleine Ohren und gehören somit zu den Ohrenrobben und nicht zu den Hundsrobben, welche nämlich neben anderen Unterscheidungsmerkmalen keine Ohren haben und als "Seehunde" bezeichnet werden können. Um ganz genau zu sein, ohne jedoch mit lateinischen Namen zu langweilen, sprechen wir hier die ganze Zeit vom Galapagos Seelöwen, den es auch nur hier gibt.

Vier Tauchgänge habe ich gemacht, sechs Marlene. Einen Tag musste ich meiner Ohren zu liebe leider pausieren nach meinem Tauchgang an den Gordon Rocks. Während Marleen anderswo tauchen war habe ich an diesem berüchtigten Spot, der die Strömungs- und Tauchtechnischen Schwierigkeiten mit riesigen Schulen von Hammerhaien und Galapagoshaien belohnen sollte, tauchen wollen. Die Bedingungen wollten das aber scheinbar nicht zulassen und obwohl allgemeiner Zweifel da war und die Zeichen dagegen sprachen wollte die Crew ihr Programm durchboxen. Also bei wogendem Schiff rein in die Montour und runter ins Schlauchboot um die letzten Meter zum Spot zu kommen. Dabei haben die Wellen uns schon fast von den Schläuchen geworfen. Regulator rein, Maske auf, one, two, three and go. Das war der Plan. Ohne Sammeln an der Wasseroberfläche, wie schon beim ersten Tauchgang, sollten wir sofort runter auf sechs Meter damit uns die Stömung nicht gegen die Felsen spült. Sobald wir im Wasser waren war  von den eh schon schlechten, versprochenen 6 Meter Sicht nichts zu merken. Zwei  bis vier Meter waren das Maximum und auf den ersten 5 Metern sowieso gleich Null vor lauter Luftblasen und brechenden Wellen. Die Gruppe war sofort völlig auseinandergerissen und auf sechs Metern waren alle schon in alle Richtungen verspült. Nur mein Buddy Christian aus Wien und ich haben uns nochmals gefunden. Dann war kurz unser Guide da der uns deutete in Richtung der Felsen zu tauchen, warum auch immer! Kurz hinter ihm her hat ihn die starke Stömung auch schon wieder weggerissen während wir versucht haben wieder von der Wand weg und etwas tiefer zu kommen weil wir mit dem Wellengang jedesmal 6 Meter rauf und runter gemacht haben, was dann an der Wand gar nicht so verlockend war. Nach diesen 5-10 Minuten reinem Kampf und auch weil wir nur mehr zu zweit waren und uns trotz an den Armen haltend kaum beieinander bleiben konnten haben wir uns entschlossen aufzutauchen. Wieder zurück im Schlauchboot sind wir auch wieder auf unseren Guide gestoßen, der seine Gruppe im Wasser gelassen hat und meinte die Stömung habe ihn weggerissen. Wir sind uns eigentlich alle sicher, dass die Bedingungen an diesem Tag nicht zum Tauchen an den Gordon Rocks gemacht waren aber die Crew ihren Plan trotz ihres offensichtlichen Zweifels durchziehen wollte. Das sind dann eben die Schattenseiten des langsam überhandnehmenden Tourismus auf diesen Inseln. Jeder bietet was an, jeder versucht sein Produkt zu verkaufen, fragwürdige Tauchguides gehen mit acht Kunden an schwierige Spots und Quantität übernimmt mehr und mehr die Oberhand über die Qualität. Aber dafür waren die letzten beiden Tauchgänge, bei guten Bedingungen, am vorletzten Tag entschädigend. Hammerhaie, Schildkröten und der Marlin haben dem Tauchen und mir hier noch einen versöhnlichen Abschluss vom Tauchen auf Galapagos beschert.
Zwei von den drei Hauptinseln haben wir in den acht Tagen besucht und dabei einen Großteil dessen was das Archipel zu bieten hat an Flora und Fauna gesehen. Es hat sich ausgezahlt. Mehr noch, es war unvergesslich!!!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen