Samstag, 8. April 2017

Zurück von der Nordküste.....

...und in Camagüey angekommen.
Auf cayo coco haben wir drei nächte verbracht. Mehr als genug! Im Prinzip schön (natur usw.) aber eben ein fürchterlicher allinclusivebunker neben dem anderen und überall nur menschen die ein vermögen dafür ausgeben nichts von kuba zu sehen und sich scheinbar im wettstreit mit ihresgleichen befinden wer am ende des tages roter ist und sich hierfür am wenigsten weit vom pool bewegen hat müssen. Dabei hat jeder einen riesigen thermosbecher in der hand, welcher in regelmäßigen abständen vom persönlichen kubabutler mit cocktails, bier oder rum aufgefüllt wird. Aber: jedem das seine!
Die strände hier sind, natürlich, der klassische karibische traum, aber halt auch nach spätesten einem tag langweilig, weil man dann doch, nach dem ersten woweffekt ob der blautöne des wassers, der weite der Strände und der dazugehörigen botanik, erkennen muss, dass abgesehn vom betrachten dieses Stilllebens eigentlicht nichts zu tun bleibt. Es ist zu heiß um sich großartig zu bewegen, schnorchelnd  bleibt einem nur das zählen von Sandkörnern (das riff liegt ca. 2km vor der küste) und das erkunden  des sicherlich tollen hinterlandes mit mangrovenwäldern scheint ob der fehlenden möglichkeiten an leihfahrzeugen und der tatsache, dass wir hier eben ohne eigenes auto hergekommen sind, nahezu aussichtslos.
Während marleen also ihren openwater kurs gemacht hat habe ich trotzdem versucht abseits der hotelanlagen ein bisschen in die wildnis vorzustoßen. Dabei habe ich schöne einsame küstenabschnitte entdeckt, Höhlensysteme mit fledermäusen und bunte vögel! Aber nach vier stunden war ich wegen der ernormen hitze schon wieder am weg zurück zum tauchstrand. Dank eines gärtners der mich in seinem lada mitgenommen hat habe ich auch nicht verenden müssen am weg. Die Truthahngeier sind hier nämlich niemals weit weg und stehts am Himmel kreisend zu sehen.
Nach meinen zwei mittelmäßig schönen tauchgängen, ob des windbedingten trüben wassers und trotz des zweitgrößten durchgängigen riffs der welt, und marleens erfolgreichem Abschluss ihres tauchkurses haben wir uns wieder auf den weg gemacht! Und diese letzten zwei tage waren wieder sehr cool!
Nachdem es kaum möglich ist mit wenig geld bzw. ohne dem Service der bunker die nur für die reichen touristen zugelassene halbinsel zu verlassen und wir uns mit den tauchlehrern angefreundet haben, hat einen von diesen organisieren können, dass wir für 10 euro pro person mit dem bus, welcher die angestellten an ihre Arbeitsplätze bringt und wieder zurück, mitfahren können in die nächste stadt. Nachdem das schon mal nett war und uns pablo, ein tauchlehrer, dort auch schon ein zimmer für uns auftreiben hat können, haben wir dann auch noch den abend mit ihm und seiner familie verbracht:))) Wir haben nur kurz unsere rucksäcke abgelegt und sind gleich mit ihm, via herangepfiffener kutsche, zu seinem haus. Dort haben wir dann seine teenagetochter samt freund und seine frau kennengelernt. Die waren total aufgeregt und lustig und wir haben gleich mal ein glas rum on the rocks getrunken. Dann gabs einen espresso aus bohnen seiner eigenen kleinen finca. Er hat uns stolz sein haus, seine kleinen hunde, seine vögel und sein fahrrad gezeigt. Später, wieder mit kutsche, in ein nettel lokal, welches ein guter freund pablos vor 3 wochen eröffnet hat. War so cool diesen einblick zu bekommen. Pablo ist scheinbar ein richtiger checker.... kennt scheinbar jeden und ohne ihn wären wir niemals in dieses für Touristen von außen nicht ersichtliche lokal gekommen - ein sehr feiner schuppen für kubanische Verhältnisse! Auch cool war, noch bei ihm zu hause, als er angesichts unseres besuches, sozusagen zur feier dieser bekanntschaft, seiner famile verkündet hat, dass heute essen gegangen wird. Alle haben sich riesig gefreut und seine frau ist ihm aus begeisterung einmal nicht das abendessen richten zu müssen - sie arbeitet als köchin - um den hals gefallen. War für uns also wirklich ein cooler cooler abend mit genau diesen eindrücken und erlebnissen die man eben nur bekommt wenn man sich mit einheimischen anfreundet!
Am nächsten tag sind wir dann weiter via viazul nach Camagüey. Hier sind wir jetzt den dritten tag und werden morgen früh einen ersten schritt wieder zurück in richtung westen und havanna machen wo wir ja am 19.04 unseren weiterflug nach Nica gebucht haben.
Mein vorläufiges Resümee zu kuba sieht also wie folgt aus:
1. Das problem, zumindest aus unseren augen gesehen, ist, dass das (pseudokommunistische) system hier dazu führt, dass, aus sicht des jeweiligen Individuums, max. ökonomisch gearbeitet wird. Wozu sich schneller bewegen, mehr machen oder etwas besser machen wenn es sowieso keinen unterschied macht. Es gibt nicht mehr oder weniger geld dafür, man muss deswegen nicht länger oder kürzer arbeiten, usw. Das ist hier halt so und damit können wir auch als westler leben! Es wird halt dann mühsam wenn man keinerlei hilfestellung von ihnen bekommt - weil es für sie ja sowieso keinen unterschied macht - wenn man z.B. nach dem wc fragt:
"Kann ich das wc benutzen?
Vielleicht. Wahrscheinlich....
(Ok war mein fehler!) -> DARF ich das wc benutzen?
Ja.
Wo ist es denn?
Dort!
Danke! (Man geht hin, kommt wieder zurück...)
Das wc ist versperrt!?
Ja.
Darf ich den Schlüssel haben?
Ja.
Gibst du ihn mir?
Nein.
Warum?
Ich hab ihn nicht!
Wo bekomme ich ihn?
Dort.
Danke!"
Das ganze mit entsprechend gelangweilter miene...
Daraus folgt:
2. Es gibt zwei typen von kubanern. Die mehr oder weniger beim staat angestellten, das meiste ist ja noch immer staatlich oder zumindest großteils staatlich,  siehe Punkt 1, und die privaten kubaner, wie die bei denen wir in casas particulares (privatpersionen) wohnen. Herrliche leute! Hilfsbereit, zuvorkommend, liebenswürdig, aufopfernd und einfach nur nett. Pablo war auch so ein bsp. Sie sind interessiert, erkundigen sich nach allem, man plaudert über gott und die welt und es ist einfach ein herzlicher Austausch.
Beides sind natürlich extreme und soll euch lediglich die Bandbreite an persönlichen kontakten mit kubanern veranschaulichen.
Aber zu ersteren, den "staatlichen" kubanern, noch etwas: wer kann es ihnen verübeln....einerseits ist es schlicht das Ergebnis des hier herrschenden systems und zweitens auch das Resultat der Erfahrungen die sie mit dem groß an touristen machen. Es ist für uns auch schirch zu sehen wie sich die grauslichen, westlichen, reichen gringos in ihren strandbunkern an den schönsten stränden der insel, die dann auch noch nur für eben diese zur Verfügung stehen, benehmen, mit geld und Überfluss umsichwerfen und sich hinten und vorne bedienen lassen. Da würde wahrscheinlich jeder abstumpfen.... aber wie gesagt das sind extreme, alles hat auch etwas gutes und eine weitere vertiefung dieses Themas würde hier jetzt, falls nicht eh schon, langweilig werden. Daher kommen wir zu
3. Ich habe mir die insel grüner, saftiger und mit mehr wäldern und tschungel vorgestellt. Das ist für mich ein bisschen enttäuschend, liegt aber sehr sehr wahrscheinlich zum einen daran, dass dieser Teil des landes im osten liegt wo wir es nicht mehr hinschaffen werden, und zum zweiten an den viel viel viel viel zu wenig vorhandenen möglichkeiten an leihfahrzeuge zu kommen. Via öffis an diese orte zu kommen ist unmöglich, mit taxis ist es sehr schwer weil diese die orte oftmals auch nicht kennen bzw. wie sollen wir nach zwei oder drei tagen in den bergen an einem einsamen strand oder im tschungel wieder zu einem taxi und somit zurückkommen?!?! Aus dieser sicht wäre kuba daher das paradebeispiel eines landes in welchem es ein muss ist sich ein Auto zu mieten wenn mann auch möglichst viel abseits der wege unterwegs sein will und einsame natur erleben möchte. Dafür muss mann dann aber weit im vorraus eines der wenigen leihautos mieten.

Kuba ist auf jedenfall sehenswert mit herrlichen menschen (manche weniger), schönen landschaften (wälder haben wir allerdings kaum geschafft) tolles meer und strände (v.a. wenn man ein auto hat), Mengen an rum und zigarren und in vielen punkten schlicht eine zeitreise:)!!!

So das wars erstmal wieder:)
Bis bald!
Chao Marleen&Christian

4 Kommentare:

  1. hi ihr RUMtreiber! hihihi, Wortspiel!!!!!
    hähä :-) seeeehr seeehr coole Beschreibung, obwohl sauheiß!!! fast! aber eben nur fast hat frau das gefühlt sie wäre auch dort! wobei ich nur einen drink gebraucht hätte zum besoffen sein. obwohl ihr es euch bissl anders vorgestellt habt, klingt jedoch alles sauleiwand! gärntermitfahrgelegenheit, geier, die umsonst auf einenb warten, "euer" Pablo. fui fü besser als reich sein und nix mitkriegen von allem. die idioten könnten auch in bibione liegen, mit dem entsprechenden drumumadum, und würden nicht merken. Geld macht nicht glücklich! und wir wissen das! hihihi (abgesehen vom hilfreich sein mal da und dort.....)
    schöne zeit weiterhin, die kalte zeit wird auch noch kommen, da wünscht ihr euch vielleicht wieder ein paar grad mehr - oder!? alles liebe vorerst :-)

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  2. hahaha sehr lustig das mit dem wc - eilig darfst das da aber ned haben, ansonst klingt alles eh toll für euch gelaufen. marlene taucht jetzt öfter ab:-) schön auch zu hören dass es euch gut geht und dass ihr gesund seid, nach marlenes essensbeschreibung freut ihr euch wahrscheinlich schon auf das nächste land - genung von kochbananen ....... bussi bis bald

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  3. es gibt soooooooooooooooo viel zu erzählen! schönes wie schirches (trauriges) das mit den krabben z.b. tja so was wie unsere froschtunnel wäre gut.
    das mit dem Häusl find ich auch sehr sehr witzig! hihi, obwohl es dir im Moment sicher nicht so vorgekommen sein wird. aber es ist MEIN sager derzeit schlechthin! und alle müssen lachen! auf deine kosten! hmmmmmmmmmm?! aber dass es so ist, in vielen bereichen, kommunistische reste also, ist entbehrlich. sicher! das essen betreffend beneide ich euch, jedenfalls JETZT grad mal nicht, da lob ich mir meine Bärlauch mit Shrimps und pinienkernenudeln. schmackofatz! hihihi. aber sonst, reiten wie die Cowboys bzw. -Girls, waschen nach heia am strand im Meer, und vieles andere........ sehr sehr cool jedenfalls und thxs an crisu, der echt so lange detaillierte Geschichten schreibt, dass man(n) FAST glauben könnte man wäre dabei!! juhu. dickes Bussi michi

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  4. Chrisi - du schreibst so geil.... gerne mehr davon.
    hier war letzte Woche ein kleiner Minisommer, nun is wieder April.
    Ich schick euch viele Bussis und viel Reiseglück. Niki

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