...for real! Marleen hat wieder die Ehre:
Das war Kolumbien
Hallo ihr Lieben!
Kann Christian nur beipflichten und die
letzten Wochen in Kolumbien haben uns nur darin bestätigt – die Leute sind einfach
super nett hier!! Zudem kommt dazu, dass Kolumbien einfach atemberaubend schöne
Landschaft zu bieten hat. Wir sind schon allein bei unseren zahlreichen
Busfahrten an der Fensterscheibe gepickt und haben nur so gestaunt in welchen
Bergschluchten, Serpentienenkurven und Höhenstraßen sich die Busse durchquetschen.
Außerdem gibt`s hier riesige Canyons, dichten Dschungel, schwitzige Nebenwälder,
heiße Wüsten und natürlich die Andenberge… aber eins nach dem andern.
Nach Cartagena haben wir uns einer Tour
angeschlossen um die Ciudad Perdida (die verlorene Stadt – eine alte “Inka”Stätte)
im Tayrona Nationalpark ganz im Norden Kolumbiens zu besuchen. Ja… Tour… schas…
aber ging nicht anders – muaß ma nehma. Aber wir wurden sehr positiv
überrascht. Für den 4 Tage Trek durch den Dschungel hatten wir einen
“spiritual” guide und einen Übersetzer... und wir… das waren ein bunter Haufen
junger traveller… aus Schweiz, Mexiko, Japan, Deutschland (natürlich – de deitschn
san überoi) und ganz nette Leute aus Bogotà. Melkis (der spiritual guide) hat
uns über die Geschichte der Stadt und über die noch immer sehr traditionell
dort lebenden Indigenen – die Wiwis und Kougis – mit sehr interessanten Infos
versorgt. Die Indianer (darf man ned sagen) Indigenen (!) haben wir mit
ihren weißen Gwand, langen schwarzen Haaren, Poporros (das ist ein Kürbis mit
Kokaspucke drin) und umgehängten Säcken mit Kokablätter drin auf unserem Weg
öfters getroffen. Als wir endlich die 45 km durch den Dschungel und 1200 Stufen
in die verlorene Stadt hinauf geschafft haben, machte sich ein gewisses
“Indiana Jones” feeling breit. Natürlich sind die ganzen Goldschätze vor nicht
allzu langer Zeit (nämlich in den 1970er – die Spanier haben die Stadt nämlich
nie gefunden) geplündert worden bzw. befinden sich im Goldmusem in Bogotà – das
wir natürlich auch auf unserer Liste haben. Während dem Trek – und vor allem
wenn man gemeinsam durch Regen und Gatsch und unendliche Schweißflüße schlägt –
wächst man zusammen und lernt sich in einer ganz anderen Situation kennen. So
geschehen mit den 3 BogotanerInnen, mit denen wir uns in Bogotà auch nochmal
getroffen haben und noch immer schreiben, weil sie uns ständig Tipps für jede
Stadt geben. Also insgesamt war das Erlebnis “literweise verlorener Schweiß auf
dem Weg in der verlorenen Stadt” echt super!
Nach dem Trek gings in die Abenteuer Stadt
San Gil. Aus dem Überangebot an Action-Sportarten haben wir uns für
Downhill-Mountainbiken im Chicamocha Canyon und für eine Wasserhöhlen Führung entschieden.
Beides toll!! Besonders die Mountainbike Tour. Muss sagen, hab mich vom
Schwierigkeitsgrad echt selbst übertroffen… hab nur 2x absteigen müssen und 1x
davon war wegen einem entgegenkommenden Esel auf einem engen Bergpfad. So ein
Fully is scho supa 😊 (mal schaun wie lang das
dauert mit Video anhängen – haben echt coole GoPro Videos vom Biken) Hatten
auch einen supernetten Guide (Pablo) der ursprünglich aus Ecuador stammt, und
uns dafür auch gleich viele Tipps gegeben hat und noch immer mit Christian schreibt.
Zum Action-Ausgleich haben wir in die anliegenden kolonialen Dörfer nette
Wanderausflüge gemacht und die hier traditionelle Speise (Hormiga culonas –
Ameise mit dicken Bobsch – siehe Video) gesnackt.
Ein nächstes Highlight auf unserer Liste
war der Nationalpark El Cocuy. Naiv wie wir waren glaubten wir, dass ma für ca.
200 km dort hin ja e nicht so lange brauchen kann. Doch in der beginnenden
Andenregion schaut das ganze ein bisschen anders aus. Insgesamt 9 Stunden
brauchten wir in den Ausgangsort für unsere zwei Wanderungen hinauf auf 4800
Höhenmeter. Der Park war aufgrund von Streitigkeiten mit den Indigenen und
einheimischen Bauern ein paar Jahre gesperrt und erst seit April wieder für Touristen
offen. Man muss jedoch einen Guide nehmen. In unserem Fall war das Josè. Er hat
uns bei der Ankunft in El Cocuy gleich angequatscht und als wir gesagt haben,
dass wir aus Österreich sind, auch gleich jede Menge berühmter Bergsteiger
genannt mit denen er schon unterwegs war. Haben mit ihm die nächsten Tage geplant
– 3-Tages-Tour, 2 Wanderungen auf 4600 m und 4800 m und ein Ruhetag auf 4000 m.
Die erste Nacht haben wir in seiner WG verbracht. Die WG bestand aus dem sehr
alternativen Park-Office Ranger, ihm und einem kleinen Garten mit verschiedenen
Gemüse und Hanfpflanzen drin. Die Wanderung auf El Pùlpito del Diablo war
super, auch wenn der Teufel (= Diablo) auf seiner Kanzel (=Pùlpito) grad am
tanzen war und deshalb ganz oben dann schas Neben, Regen und Schnee war (quasi Teufels-Dampfbad).
Nach dem Abstieg ist dann die Sonne rausgekommen und auf ca. 4000 m brennt
diese auch ziemlich runter, so war alles dann auch schnell wieder zumindest
halbwegs trocken. Der Ruhetag auf 4000 m ohne Heizung und 3 traditionellen
Mahlzeiten (d.h. Kartoffel-Ei Suppe und Fleisch, Reis, Kartoffeln – zum
Frühstück, Mittag und Abendessen) war zu zweit unter 8 dünnen Decken auch super
kuschelig. Richtiges Bergleben. Die zweite Wanderung zur Laguna Grande – einem
Gletschersee, war auch sehr beeindruckend. Insgesamt waren die Tage in El Cocuy
ein wirkliches Hightlight – was auch vielleicht am ständigen Hanfrauch von Josè
(er hat sich bei jeder Pause einen angezunden) und/ oder an der Höhenluft
gelegen haben mag.
Dann gings direkt in die 8 Millionen
Einwohner Hauptstadt von Kolumbien – Bogotà. Da wir an einem Sonntag angekommen
sind war`s mit dem extremen Unterschied gar nicht so schlimm. Auch eine
Großstadt wirkt irgendwie verschlafen an einem Sonntag. Was aber sehr
beeindruckend war, ist dass Bogotà DIE Fahrradstadt schlecht hin ist. Hab noch
nie so viele Fahrradfahrer in der Stadt gesehen und an einem Sonntag werden
auch Teile der Stadtautobahn und einem großen Teil der Hauptstraße der Innenstadt
für Fahrräder gesperrt. Mit der zeitgleich laufendenden Tour de France die
überall auf den öffentlichen Bildschirmen gelaufen ist war das Fahrraderlebnis
hier noch mal spezieller – Christian ist aus dem Fahrradschaun nicht mehr rausgekommen
(… solangs Fahrräder sind die er nach schaut passt das scho 😊) In der Innenstadt hat sich
eben die Straße zu einem riesigen Fußgänger/ Fahrräder zone mit jeder Menge
Straßenkünstler verwandelt. Super. In Bogotà haben wir jede Menge insider Tipps
gehabt, deshalb haben wir hauptsächlich gefuttert. Spezialitäten wie heiße
Schokolade mit Käse (chocolate santafereno) und dünne Waffeln mit Karamell,
Marmelade, Nüssen und (natürlich) Käse (obledas). Ja, die Kolumbianer haben
irgend eine komische Beziehung mit Käse. Es gibt eigentlich nur so einen Gauda
artigen Käse und einen ganz milden Kuhkäse, der ausschaut wie Schafkäse. Und wenn
man dann in der Bäckerei fragt ob das Weckerl mit Käse drin süß oder salzig
ist, wird schon geantwortet salzig. Das Weckerl ist aber so was wie ein Brioche
und der Käse natürlich salzig. Und genau der kommt auch in den Kakao… sehr
komisch… jedem das seine. Bogotà hat uns sehr positiv überrascht – was
natürlich auch wieder an den super netten Menschen (sogar in dieser riesigen
Stadt) liegt.
Der nächste Stopp ging wieder in die Natur.
Auf halber Strecke zwischen Bogotà und Medellin liegt der Rio Claro – und ja,
er ist klar – schimmert sogar blaugrün. Was aber an den Mamorgestein, dass hier
abgebaut wird liegt. Jedenfalls frisst der sich sehr hübsch in dieses Gestein
und formt Höhlen mit nachtaktiven Vögeln drin und beeindruckende überhängende
Felswände in die Felsen. Wir haben unser Zelt am dortigen Campingplatz
aufgeschlagen und gleich mal eine 2 stündige Rafting Tour gecheckt. Also
“Rafting” – war ein gemütlicher Plantschausflug mit Infos über die Natur usw.
auch nett. Die 3 stündige Höhlenführung entpuppte sich dann auch als 1 stündige
Wanderung durch den dortigen Dschungel (also nach herrlichen Graden um Null in
El Cocuy wieder grauslig schwitzen) und dann eine ¾ stündige Wanderung inkl.
Schwimmen in Vogelkacke getrübtes Wasser. Mit einer halben Stunde später
anfangen und früher aufhören kommt man dann auf kolumbianische 3 Stunden.
è Kleine Nebenbemerkung – das kommt nur hier ein bisschen genervt
rüber, weil die Zeitangaben – vor allem bei den Busfahrten wo`s dann einfach
wirklich nervig ist wenn du statt genannten 5 Stunden 8 Stunden unterwegs bist
– einfach NIE stimmen. Aber wir haben grundsätzlich keinen Stress und somit
kein Problem damit. Und bei diesem tollen Land mit diesen tollen Leuten ist das
auch verkraftbar.
Am Abend haben wir vor unserem Zelt sogar ein
Lagerfeuer gemacht und Arepas (Maisfladen) gegrillt. Herrliches Outdoorleben.
Nach Natur geht`s auch gleich wieder in die
nächste Großstadt – Medellin. DIE Drogenhauptstadt der 70er bis zum Tod 1993
des größten Drogenbosses Pablo Escobar. Seitdem hat sich die Stadt sehr
herausgeputzt. Mit der einzigen U-Bahn des Landes und einer Seilbahn über die
Berge in ein schönes anliegendes Waldgebiet, hat sich die einst gefürchtete
Gangsterstadt sehr gemausert. Wir spazieren durch die schönen Parks, die mit Statuen
von Botero und Marktständen geschmückt sind. Beobachten das Stadttreiben und
sind immer wieder erstaunt über das Angebot an tollen frischen und unbekannten Früchten
hier. Mein Favourit bis jetzt Lulo. Eine sehr säurehaltige Frucht, die mit ein
bisschen Wasser und Zucker gemixt wird und super erfrischend schmeckt. Generell
kann man in den Buden und Restaurants fast jede Frucht entweder mit Wasser und
Milch gemixt trinken. Und das trinkt man auch hier gewöhnlich. Zu jedem
Almuerzo (Mittagsgericht) gibt es Säfte zu einer sehr sättigenden Suppe und
einem Fleischgericht mit jeder Menge verschiedenen Kohlehydrat-Beilagen – also
Reis, Kartoffel, Bohnen oder Linsen – alles auf einen Teller um insgesamt nur ca.
5 $. Kolumbien ist generell sehr leistbar was uns natürlich auch sehr
entgegenkommt. Bevor wir uns wieder in einen Nachtbus in die nächsten
Bergregion setzten, haben wir auch noch ein paar “Pablo Escobar Stationen”
besucht. Also das Haus, auf dessen Dach er erschossen wurde usw. Aber man hat
eher das Gefühl, die Stadt will diesen Teil ihrer Geschichte eher vergessen –
daher war das eher unspektakulär. Verständlich. (Tipp: wer Netflix schaut: “Narcos”
ist die Serienverfilmung vom Aufstieg bis zum Tod von Pablo Escobar – haben`s
ja schon vor der Reise geschaut und jetzt is es noch viel cooler, weil wir
schon mehr spanisch verstehen und die Orte kennen)
Eine netten Zwischenstopp in den Dschungel
inkl. Kolibristation und einer seltenen Art an riesig hohen Palmen, sowie der
Sonntäglichen Prozession, haben wir dann in Salento und im Valle Cocoa gemacht.
Die Gegend hier wird von unserem Reiseführer als die Schweiz Kolumbiens
beschrieben – also wegen den Bergen – was auch stimmt – wenn nicht diese hohen sehr
alleinstehenden Palmen wären (siehe Fotos). Hier in diesem Bergdorf mit
angnehmen Temperaturen ist die Spezialität Forelle und alles was geht in
Rahmsauce einweign. Nennt sich dann “gratinado”. Ein bisschen verwirrend wenn
man ein Sandwich “gratinado” bestellt und dann in Rahmsauce aufgeweigt serviert
bekommt. So wird auch die Forelle serviert – was aber im Gegensatz zum Sandwich
sehr köstlich war. Wir verbringen angenehm kühle Nächte hier und sind beeindruckt
von dem kulinarischen Angebot am Marktplatz und in den verschiedenen Cafès und
natürlich den der wunderschönen Berglandschaft.
Der Nachtbus von hier zur nächsten Station
war dann nochmal eine eigenen Odyssee. Mit 1 h Verspätung steigen wir in den
Bus und nach 30 min – Motorschaden. 2 ½ h (von 12 bis 2 in der früh) warten auf
den neuen Bus. Nach einer weiteren 1 h fahren Unfall auf einer Passstraße –
Blockabfertigung - 3 h in der Nacht im Bus warten. Was ja auf Grund des
Stillstandes vom Bus ja nicht schlecht gewesen wäre zwecks schlafen (Bei so
Bergpässen schiebts einen sonst e immer hin und her im Sessel). Aber die
Busfahrer haben die blöde Angewohnheit die Klimaanlage auf voigas laufen zu
lassen. D.h. zwischen Motor aus und warten
und den Bus anwerfen für ein paar Meter nach vor fahren sind 20 °C gelegen. Und
mit Kleinkindern und Baby-Hunde an Board hat sich die Luft im Buss dann auch
noch mit Hundepisse und Babykacke gesättigt.
Für die geplanten 6 h – 11 h gebraucht. Was für eine Fahrt.
Nächste Station: Desierto (= Wüste) Tatacoa.
Der letzte Stopp Richtung Süden nach Ecuador. Hier sieht es tatsächlich aus wie
im wilden Westen – und da hat natürlich auch ein ordentlicher Cowboy Ausritt
dazugehört (siehe Fotos). Ich muss sagen – für das, dass Christian nur ein paar
Stunden Reitunterricht in Wien hatte, reitet er wirklich gut! Nur das “aussitzen”
beim Trab im Westersattel haut noch nicht so ganz hin :) dafür galoppiert er
wie ein richtiger Cowboy. Zum Reitausflug noch eine nette Geschichte. Da wir
anscheinend ein bisschen spät dran waren und nur mehr 3 Pferde und die Frau des
Besitzers und ihr ca. 1-jähriger Sohn da waren, hat sie uns die Pferde gesattelt
und ist mit ihrem Sohn das erste Stück mitgeritten – bis der kleiner
eingeschlafen war – und dann hat sie uns allein auf den (nicht markierten) Pfad
geschickt. Also waren wir allein in der trockenen Wüste mit zwei Pferden
unterwegs – saugeil. Glücklicherweise sind uns dann bei einer Abzweigung Reiter
entgegen gekommen und der Guide der Gruppe war auch der Besitzer der Pferde. So
haben wir uns dann noch auf ein paar
super Galoppstrecken Rennen geliefert. Sehr cool!
Mit einem bissl aufgewetzten Hintern (zumindest
bei Christian) gings dann auch wieder in den Nachtbus. Und wahrscheinlich weil
wir geglaubt haben nach der letzten Busfahrt kann uns nichts mehr umhaun is es
dann auch noch schlimmer geworden. Auf der geplanten 5-stündigen Fahrt Richtung
Mocoa nahe der Grenze haben wir dann auch nochmal 10 h gebraucht – Warum? Ein
Erdrutsch auf der engen Bergstraße. Das war aber auch noch nicht alles. Neben
den Klimazonen, die wieder stündlich gewechselt haben, ist auch ein Hahn mit an
Board gewesen. Durch die Bewegungen vom Bus war er eingeschüchtert und man hat
nix von ihm mitbekommen, aber in den 3 h Stillstand (also von 3 bis 6 in der
Früh) hat er natürlich den morgen im 30 s Takt begrüßt – wie das ein Hahn so
macht. Unpackbar!!!
Die letzte 5 h Fahrt Richtung Grenze haben
wir dann nicht mehr in der Nacht erledigt. Es war eine richtig hohe Schotter-Passstraße
mit unglaublichen Blick über die Berge – man hat echt das Gefühl gehabt man ist
über den Wolken.
Grenzübertritt nach Ecuador war dann bis
auf 2 h Stunden in der Schlange stehen auch sehr unproblematisch.
Fazit: Kolumbien ist echt sehr zu empfehlen.
Haben hier super nette Menschen getroffen, wahnsinnige Landschaft gesehen und
coole Abenteuer (bis auf die Buserlebnisse) erlebt.
Nun bleibt mir nur eins: hoff euch geht`s
allen gut! Wir freuen uns über jede Zeile, die ihr uns schreibt (whatsApp,
e-mail oder eben gleich hier im Blog). Würden euch so gern über all die
Erlebnisse, die hier im Blog zu kurz kommen erzählen! Aber der Beitrag is e
scho wieder sehr lang und bin gespannt wer überhaupt sich das antut und alles
liest 😊
Bussis aus Ecuador
Marlene und Christian
Und hier also die von Marleen versprochenen Fotos:






























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